Württemberger Wein

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Weine

Weinlexikon

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  • A

    Alkohol:

    Eine farblose, leicht entzündliche Flüssigkeit, die bei der Herstellung von Wein, Bier und Spirituosen durch eine von Hefen ausgelöste Gärung entsteht. Dieser „Trinkalkohol“ wird auch als „Ethanol“ bezeichnet und gilt als Genussmittel.

    Amtliche Prüfnummer (AP-Nummer):

    Ab der Qualtitätsstufe „QbA“ muss auf jedem Weinetikett diese behördlich vergebene Nummer gut sichtbar angebracht sein. Sie dient der individuellen Kennzeichnung von Weinen und bestätigt die erfolgreiche Qualitätsweinprüfung und die eingehaltenen weinrechtlichen Anforderungen. Der geprüfte Wein muss aus Trauben der Weinrebe „Vitis vinifera“ herstellt sein, außerdem wird er einer strengen sensorischen und analytischen Prüfung unterzogen.

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  • B

    Barrique:

    Kleines französisches Eichenholzfass mit einem Fassungsvermögen von 225l, in dem Wein, aber auch Whisky ausgebaut wird. Durch die Poren des Holzes gelangt etwas Sauerstoff an den Wein und bei Rotwein werden so die Tannine verfeinert und die Farbe gewinnt an Intensität. Auch Weißweine können im Barrique ausgebaut werden bzw. werden auch oft während der Gärung umgefüllt. Die Weine entwickeln ein unverkennbares Bouquet, welches an weiche Vanille-, Nelken- und Röstnoten und Toast erinnert.

    Beerenauslese:

    Ein edelsüßer Prädikatswein aus vollreifen, leicht eingeschrumpften und zum Teil auch schon edelfaulen Beeren. Letzteres ist aber nicht zwingend notwendig. Einzelne, schlechte Beeren werden aussortiert. Beerenauslesen gelten als Weinspezialität, präsentieren eine tiefgoldene Farbe, einen typischen Honigton und sind sehr gut lagerfähig. Die Produktionsmenge ist sehr gering.

    Bentonit:

    Ist ein Quelltonmineral, welches zur Stabilisierung und als Schönungsmittel eingesetzt wird, um Eiweiß und andere Trübungen aus dem Wein zu entfernen.

    Böckser:

    Einer der häufigsten Weinfehler, der aufgrund seines strengen Geruchs, den der Wein annimmt, an Ziegenbock erinnert. Böckser kann sich vor allem bei Jungweinen entwickeln, entweder durch falsche Lagerung oder bereits bei der Herstellung durch das Zersetzen der Hefe und de Schwefels. Dies kann passieren, wenn der Jungwein im Tank/Fass zu lange auf der Hefe liegt. Es entwickeln sich unangenehme Aromen von Gummi, Knoblauch und Zwiebeln. Mit der Reifung kann sich dieser Geruchs- und Geschmacksfehler verflüchtigen.

    Botrytis Cinera:

    Ein Schimmelpilz, der die Edelfäule bei Trauben verursachen kann. Befällt der Pilz reife Beeren, werden diese porös, Wasser verdunstet und die Inhaltsstoffe werden konzentriert. Bei unreifen Trauben wirkt sich der Befall allerdings negativ aus und die Beeren verfaulen (Graufäule). Bei der Produktion von Süßweinen, spielt diese Edelfäule eine wichtige Rolle.

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  • C

    Cuvée:

    Ein Wein, der aus verschiedenen Rebsorten, Lagen oder Jahrgängen zusammengestellt wird. Auch oft als „Verschnitt“ bezeichnet, wobei dieser Begriff meist negativ behaftet ist. Von einer „Assemblage“ spricht man bei hochwertigen Kompositionen, z.B. bei der Champagnerproduktion.

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  • D

    Degorgieren:

    Bezeichnet die Entfernung der abgestorbenen Hefezellen nach der traditionellen Flaschengärung (=Enthefung). Durch ein Rüttelpult gelangt die Hefe in den Flaschenhals und wird eingefroren. Der Kronkorken kann nun entfernt werden und der Hefepfropf schießt durch den Druck des Schaumweins heraus. Anschließend erfolgt die Versanddosage.

    Dekantieren:

    Das Umfüllen eines Weins aus der Flasche in eine Dekantier-Karaffe. Dies wird vor allem bei Rotweinen mit Depot oder bei Weißweinen mit Weinstein angewandt. Dabei gießt man den Wein über eine Kerze langsam in die Karaffe und hält so die Trübstoffe in der Flasche, damit diese nicht ins Glas gelangen. Auch Weine, die Luft benötigen, um ihr volles Bukett zu entfalten, sollten dekantiert werden.

    Depot:

    Der Bodensatz, welcher sich während der Flaschenreife durch das Ausfällen von Stoffen wie Bakterien, Gerb- und Farbstoffen bildet. Die Tannine setzen sich nach längerer Lagerung (nach ca. 6 Jahren) vor allem bei gehaltvollen und gerbstoffreichen Rotweinen in der Flasche ab. Depot ist auf keinen Fall etwas Schlechtes, sondern im Gegenteil sogar ein Qualitätsmerkmal, da es zum Gehalt des Weines und zur Aromagebung beiträgt. Aus optischen Gründen wird es aber nach dem Öffnen der Flasche durch Dekantieren entfernt.

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  • E

    Eiswein:

    Die Trauben des Eisweins müssen bei -7°C geerntet und gekeltert werden. So wird nur eine kleine Menge des hochkonzentrierten Zuckeranteils abgepresst, das meiste Wasser bleibt als Eis zurück. Der Wein ist meist alkoholarm, sehr süß und extraktreich, mit einer markanten Säure. Aufgrund des aufwändigen Produktionsvorgangs und des hohen Risikos der Winzer wird Eiswein nur in kleinen Mengen hergestellt und hochpreisig verkauft. Er gilt als absolute Rarität. Eiswein stammt ursprünglich aus Deutschland, ist mittlerweile aber auch in Österreich, Luxemburg und Kanada verbreitet.

    Entrappen:

    Wird auch als „Abbeeren“ bezeichnet und beschreibt das Trennen der Beeren von den Stielen. Durch die in den Stielen enthaltenen, sehr intensiven Gerbstoffe würde bei der Gärung ein bitterer, adstringierender Geschmack entstehen. Dieser Arbeitsschritt wird entweder direkt im Weinberg von Hand oder auch später von Entrappungsmaschinen durchgeführt. Nur bei wenigen Sorten wie beim Riesling, wird auf das Entrappen verzichtet, da die Stiele nur sehr wenige Gerbstoffe enthalten.

    Erzeugerabfüllung:

    Angabe, die garantiert, dass der Wein aus eigenen Trauben des Weinguts stammt, selbst gekeltert und abgefüllt wurde. Eingeschlossen sind auch Genossenschaften, wenn die Trauben von deren Mitgliedern stammen. Die Bezeichnung schafft eine Abgrenzung zu Betrieben, die zugekaufte Trauben verarbeiten.

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  • G

    Gärung (alkoholische):

    Vorgang, bei dem der Traubenmost in Wein umgewandelt wird. Der Fruchtzucker wird mit Hilfe von Hefen und unter Freisetzung von Wärme zu Ethylalkohol. Als Nebenprodukt entsteht Kohlenstoffdioxid, bei Stillweinen entweicht aber der größte Teil des Gases wieder. Zwischen 18 und 27°C fangen die Hefepilze automatisch an zu arbeiten. Alternativ kann der Winzer auch Reinzuchthefen hinzugeben und somit eine kontrollierte Gärung starten. Je mehr Zucker die Trauben aufweisen, umso höher ist der spätere Alkoholgehalt im Wein, falls die Gärung nicht vorzeitig unterbrochen wird.

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  • K

    Kabinett:

    Die unterste Prädikatsstufe in Deutschland. Kabinettweine werden aus reifen Trauben gewonnen, der Zuckergehalt hat aber mit 70-80° Oechsle noch nicht sein Maximum erreicht. Der daraus entstehende Wein darf nicht angereichert werden, präsentieren sich klar, elegant und besitzt idealerweise einen geringen Alkoholgehalt.

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  • M

    Magnum:

    Großflasche mit 1,5l Inhalt.

    Maische:

    Brei aus festen und flüssigen Bestandteilen der Traube, also Fruchtfleisch, Traubenschale, Kerne, oft auch Stiele, der beim Keltern der Trauben entsteht. Dies ist die Grundlage für die Weinproduktion. Beim Weißwein wird der Most gleich abgepresst, beim Rotwein wird die Maische mitvergoren, wodurch er seine Farbe und Gerbstoffe erhält.

    Most:

    Süßer Saft, der durch das Pressen, auch Keltern genannt, der Trauben entsteht. Es ist das (unbehandelte) Ausgangsprodukt bei der Weinherstellung. Durch die alkoholische Gärung wird dieser zu Wein umgewandelt.

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  • N

    Neuer Wein:

    Noch nicht fertiger und unfiltrierter Wein, dessen Gärung erst begonnen hat. Der Alkoholgehalt muss 4% aufweisen. Auch bekannt als „Federweißer“/“Federroter“, in der Schweiz als „Suser“ und in Österreich als „Sturm“. Der Name ist Programm, denn das Getränk ist milchig trüb und schmeckt leicht süßlich. Oft entsteht neuer Wein aus Trauben geringerer Qualität, die sich nicht zur Herstellung von Qualitätsweinen eignen. Neuer Wein sollte schnell getrunken werden, um eine vollständige Gärung zu verhindern. Dieser wird ab Frühherbst bis Ende November verkauft und oft zu Zwiebelkuchen angeboten.

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  • O

    Oechsle:

    Die Maßeinheit für den Zuckergehalt im unvergorenen Traubensaft. Dadurch kann der zu erwartende Alkoholgehalt abgeschätzt werden. Die Einheit ist nach seinem Erfinder Ferdinand Oechsle benannt und wird auch °Oechsle oder °Oe abgekürzt. Gemessen wird dies durch ein Refraktometer. Nach dem Deutschen Weingesetz gibt es für verschiedene Qualitätsstufen verschiedene Mindestvorgaben, z.B. muss eine Spätlese mindestens 85 Grad Oechsle aufweisen.

    Orange Wine:

    Eine Weißweinart, welcher wie Rotwein produziert wird. Nicht nur der Most wird vergoren, sondern sondern auch die Maische (=Maischegärung). Durch die Beerenhaut erhält der Wein seine besondere dunkelgelbe bis orangene Farbe. Oft wird Orange Wine gar nicht oder nur sehr wenig geschwefelt. Geschmacklich wird diese Weinart oft als „gewöhnungsbedürftig“ und leicht bitter beschrieben.

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  • R

    Reblaus:

    Gilt als gefährlichster Rebenschädling, welcher aus Amerika nach Europa eingeschleppt wurde, erstmals 1863 in Frankreich auftrat und sich dann über den ganzen Kontinent verbreitete. Das Insekt vernichtete Jahrzehntelang ganze Rebbestände, rottete zahlreiche Rebsorten aus und stürzte den europäischen Weinbau in eine schwere Krise. Erst 1910 konnte durch Aufpfropfung von Holz europäischer Reben auf reblausresistente Wurzeln amerikanischer Wildreben ein Gegenmittel gefunden werden. Heute ist die Reblaus auf der ganzen Welt verbreitet und stellt noch immer eine Bedrohung dar.

    Rosé:

    Eine der vier Weinarten, welche aus roten Trauben und deren Mostgärung entsteht. Die hell- bis blassrote Farbe erhält der Wein dadurch, dass er vor der Gärung eine Zeit lang auf der Maische steht (maximal 12 Stunden), bevor der Saft abgepresst und vergoren wird. Eine andere Herstellungsmethode ist das „Saignée-Verfahren“ (wörtlich: ausbluten). Hier wird wie bei der Rotweinbereitung nach einigen Stunden, noch vor der Gärung, ein Teil des Mostes abgezogen, welcher nun als Roséwein ausgebaut wird. Das ganze geschieht nur durch das Eigengewicht der Trauben. So kann aus demselben Traubenmaterial ein kräftiger, konzentrierter Rotwein und ein fruchtig, leichter Roséwein produziert werden.

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  • S

    Sommelier:

    Der Weinkellner bzw. –Kenner. Als Fachkraft ist er im Bereich Weinbau und Önologie sowie in der Gastronomie tätig. Im Restaurant ist er für die Getränke- vor allem Weinauswahl der Gäste zuständig. Er empfiehlt den passenden Wein zum Essen, serviert ihn perfekt und ist meistens auch für die Weinbestellungen bzw. das Getränkesortiment des Restaurants zuständig.

    Süßreserve:

    Unvergorener, konservierter Traubenmost, der nach der Pressung abgezogen wird und später dem vergorenen Wein zugesetzt werden kann, um ihn gefälliger zu machen bzw. ihn zu süßen. Bestenfalls ist es auch der Most, aus dem der Wein produziert wurde. Qualitätsorientierte Betriebe lehnen dieses Vorgehen aber ab.

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  • T

    Terroir:

    Alle geologischen, physischen und klimatischen Komponenten des Gebiets, in dem die Weinreben wachsen.

    Trockenbeerenauslese:

    Der teuerste und auch seltenste Prädikatswein. Dieser entsteht ausschließlich aus edelfaulen, rosinenartig eingeschrumpelten Beeren. Beim Pressen ergeben diese nur sehr wenig, dafür aber hochkonzentrierten Most. Das Mostgewicht muss mindestens 150 Grad Oechsle betragen. Die Weine weisen eine große aromatische Vielfalt und eine enorme Komplexität auf und sind beinahe unbegrenzt lagerfähig.

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  • V

    Vegane Weine:

    Grundsätzlich wird Wein durch die Vergärung von Trauben hergestellt und der Anbau von Weintrauben ist, abgesehen von zahlreichen Tieren und Insekten im Weinberg, natürlich auch vegan. Allerdings werden am Ende zum Klären und Schönen des Weines oft tierische Stoffe wie Eiklar oder Gelatine verwendet. Die Trübstoffe binden sich damit und setzen sich am Fassboden ab. Bei der Produktion von veganem Wein werden zur Klärung pflanzliche Proteine verwendet, die oft aus Bohnen, Erbsen oder Kartoffelstärke gewonnen werden. Dies ändert weder den Geschmack, noch ist es kostspieliger als die konventionelle Methode. Veganer Wein ist absolut im Trend und die Nachfrage steigt stetig an.

    Versanddosage:

    Auch „Liqueur d`Expedition“ genannt. Nach dem Degorgieren wird dem Schaumwein meist ein Gemisch aus süßem Most, Wein und Zucker zur geschmacklichen Abrundung zugegeben. Da nach der zweiten Gärung der Schaumwein meist sehr trocken ist (Zucker wurde komplett vergoren), entscheidet die Versanddosage über die Geschmacksrichtung. Produkte ohne Dosage werden als „extra brut“ oder „Dosage zero“ bezeichnet.

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  • W

    Wein:

    Ein alkoholisches Getränk, welches aus vergorenen Trauben und deren Saft gewonnen wird. Es gilt als Genussmittel und man unterscheidet zwischen Weißwein, Roséwein, Rotwein, Rotling, Schaumwein, Perlwein und Dessertwein.

    Weinstein:

    Kristalle, die sich aus dem Kaliumsalz der Weinsäure bilden. Diese werden vor dem Abfüllen durch einmaliges Kühlen des Weins ausgeschieden. Weinstein kann sich aber auch erst in der Flasche bilden. Dies ist ein völlig natürlicher Prozess. Er ist gesundheitlich aber absolut unbedenklich und beeinflusst den Geschmack des Weins in keiner Weise.

    Weißherbst:

    Eine Unterart des Rosé-Weins, welcher mindestens ein Qualitätswein sein muss und nur aus einer Rebsorte bestehen darf. Die Bezeichnung ist nur in Deutschland zugelassen.